Leserbrief in den Badischen Neuesten Nachrichten vom 5. August 2000

Dankbar für Gespräche mit Lothar Quinte

Dr. Gert Reising hat in seinem Bericht über Werk und Leben. von Lothar Quinte in den BNN vom 2. August umfassend die künstlerischen Schwerpunkte dieses für die bildende Kunst der Nachkriegszeit bedeutenden Malers in dankenswerter Weise sehr eingehend und mit gutem Gespür für die künstlerischen Intentionen und Schwerpunkte des Künstlers in seinem Lebens- und Schaffensweg gewürdigt.
Die Bedeutung Quintes für die Malerei geht weit über die Bedeutung und Anerkennung hinaus, die er insbesondere in Karlsruhe erfahren hat. Erinnert sei hier auch an die von Gert Reising: zusammengestellte Retrospektive seines Werkes vor einigen Jahren in der Kunsthalle Karlsruhe, die national und international große Beachtung gefunden hat. Zu dieser Ausstellung durfte ich ein großes informelles Bild aus der Phase der so genannten Netzbilder von 1982 beisteuern. Schon seit Mitte der sechziger Jahre im Elsass in Wintzenbach lebend, hat der Künstler stets sehr enge Beziehungen zu Karlsruhe aufrecht erhalten. Dort war über viele Jahre die bekannte und renommierte Karlsruher Galerie Rottloff die Galerie, die sein Œuvre in Karlsruhe, besonders aber auch weltweit durch Ausstellungen auf internationalen Kunstmessen, bekannt machte.
Vor diesem Hintergrund durfte ich Lothar Quinte schon 1963 kennen lernen Und wo? Als Flugschüler, wie auch ich, in der Segelflugschule Rastatt bei Karlsruhe! Nicht verwunderlich, erfährt man doch im Bericht der BNN, dass Lothar Quinte mal Fallschirmspringer war. Schon zu dieser frühen Zeit entwickelte sich eine enge Freundschaft, die dann in Elsass fortgesetzt und intensiviert wurde. So sehr, dass ich mir, wie Lothar Quinte schon zuvor, auch ein Haus in Wintzenbach kaufte, so dass wir dann über viele Jahre enge Nachbarn wurden. Die folgende Zeit wurde in hunderten von Stunden besonders geprägt von Diskussionen über Stand und Entwicklung der bildenden Kunst im Allgemeinen und der Kunst Lothar Quintes im Besonderen. Fast immer prallten hier die Ansichten und Wertungen des Künstlers und des Ingenieurs aufeinander, oft leidenschaftlich die jeweiligen Positionen verteidigend. Ich bin ihm für diese Diskussionen und für seine Freundschaft sehr dankbar. Sie haben mir nicht nur die Augen geöffnet für eine ganz andere Welt der äußerst sensibilisierten Wahrnehmungen in der bildenden Kunst. Sie haben mich auch überaus bereichert in meinem persönlichen Leben und in meiner Wahrnehmung von Welt und für die wirklich wesentlichen Dinge in dieser Welt.

Dr. Ernst PavIik
Karlsruhe